Digitalisierung in der Industrie – Zahlen, Daten, Fakten

Seit Jahren ist die Digitalisierung in aller Munde. Hier erfahren Sie, in welchen Bereichen die größten Potenziale erwarten werden, wie es um die wirtschaftlichen Aussichten steht, was Unternehmen über Digitalisierung denken und welche Herausforderungen es dabei zu meistern gilt.

Heterogene Digitalisierung

Laut einer Studie des VDMA (Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau) hängt der Digitalisierungsgrad im Maschinenbau stark vom jeweiligen Aufgabenbereich ab. So sind die Bereiche Enterprise-Resource-Planning und das Finanz- und Rechnungswesen überall nahezu vollständig digitalisiert. Anders sieht es im Engineering aus, wo 87 % aller Unternehmen IT-Systeme für das M-CAD (Mechanical CAD) einsetzen. Beim E-CAD (Electrical CAD) sind es 75 %. Im Mittelfeld liegen das Werkzeugmanagement mit 58 % und die Maschinendatenerfassung mit 47 %. Weit abgeschlagen sind das Übersetzungsmanagement und das Business-Process-Management. Hier setzen nur 28 % der Unternehmen auf IT-Systeme. Große Differenzen bestehen auch zwischen Unternehmen unterschiedlicher Größe. So haben 66 % der Firmen mit weniger als 300 Mitarbeitern noch keine IT-Strategie, während es bei den mittleren und größeren Unternehmen nur 20 beziehungsweise 11 % sind.

Ein Laptop in einer Fabrikhalle.

iStock.com/ipopba

Viele Baustellen

Die top fünf Bereiche, in denen besonders in die Digitalisierung investiert wird, sind elektronische Kataloge und Webshops, Geschäftsanalytik, CRM (Customer-Relationship-Management), Manufacturing-Execution-Systeme sowie der Bereich Service und Kundendienst. Der Investitionswille ist laut einer Erhebung von PwC in der Industrie dabei weit verbreitet. So investieren 91 % aller Industrieunternehmen in digitale Fertigung. Dazu passt, dass nur 6 % der befragten Unternehmen ihre Produktion als vollständig digitalisiert beschreiben. Die größten Herausforderungen sehen die Unternehmer dabei in der Firmenkultur und einer Reserviertheit der Belegschaft gegenüber innovativen Digitaltechnologien. Zudem bescheinigen die Befragten aktuellen Schulabgängern eine unzureichende Vorbereitung durch die Schulbildung auf das digitale Arbeiten.

Digitalisierung zahlt sich aus

Die Digitalisierung birgt eine Reihe technischer und ökonomischer Potenziale. So erhoffen sich laut der genannten PwC-Studie Unternehmen eine höhere Produktionseffizienz sowie die Fähigkeit, auf Kundenwünsche schneller und individueller zu reagieren, eine bessere Skalierbarkeit der Produktionsvolumina und eine bessere Umweltbilanz. Die Hälfte der befragten Unternehmen erwartet dabei einen ROI (Return on Investment) innerhalb der ersten fünf Jahre. 43 % der Unternehmen erwarten gar einen ROI in weniger als fünf Jahren. Laut Prognose wird sich dies auch für die Mitarbeiter in Form von höheren Gehältern positiv auswirken. Hervorzuheben ist, dass etwa 75 % der Befragten davon ausgehen, dass eine digitale Fertigung im Absatzmarkt größere Vorteile bringt als die Produktion in weit entfernten Niedriglohnländern.

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Nicht alle Technologien gleich im Fokus

Im Zusammenhang mit Digitalisierung werden oft eine Reihe von Technologien genannt. Deren Wichtigkeit wird laut VDMA-Befragung unterschiedlich bewertet. So halten 60 % der Studienteilnehmer Cloud-Lösungen im Maschinenbau für wichtig bis sehr wichtig. Dicht folgen IoT-Plattformen mit 50 %. Heterogener sieht es bei Apps aus. Hier sehen nur 19 % eine hohe Bedeutung, 60 % geben an, dass sie eine mittlere bis geringe Wichtigkeit bei dem Thema sehen. Lediglich 21 % sagen, dass Apps keine Relevanz für sie haben werden. Ähnlich sieht es auf dem Gebiet der Mixed, Virtual und Augmented Reality aus. Nur 20 % sehen eine hohe Bedeutung gegeben, während immerhin gut die Hälfte einen geringen bis mittleren Stellenwert bescheinigt. Die gleichen Ergebnisse erzielt das Thema Big Data. Abgeschlagen auf dem letzten Platz landen autonome Technologien. Über die Hälfte der Befragten messen diesen Lösungen keine Relevanz bei.

Digitaler Zwilling Grundlage für Digitalisierung

Bei einem so großen Themenkomplex wie der Digitalisierung stellt sich für viele Unternehmen die Frage nach den ersten Schritten. PwC findet hier die eindeutige Antwort, dass der Digitale Zwilling die Grundlage aller Digitalisierungsvorhaben ist. Damit ist er die Basis digitaler Kerntechnologien wie Fernwartung, Predictive Maintenance oder datengetriebener Prozessoptimierung. Auch in der Planung sieht die Studie den Digitalen Zwilling als Fundament effizienten Arbeitens. Eine holistische Engineering-Software, die dies leisten kann, so wie etwa Engineering Base (EB) von Aucotec, ist daher die Grundlage für alle weiteren Digitalisierungsvorhaben. Es überrascht deshalb kaum, dass laut PwC vier von zehn Unternehmen planen, innerhalb der nächsten fünf Jahre einen Digitalen Zwilling zu erstellen.

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