Mit Künstlicher Intelligenz Datenberge erobern – Wo der Einsatz von KI wirklich schlau ist

Schon seit einiger Zeit ist Künstliche Intelligenz (KI) das Dauerthema Nummer eins. Überall und für alle Arten von Problemen soll sie eingesetzt werden und unser tägliches Leben revolutionieren. Oft ist das wenig realistische Zukunftsmusik. In manchen Bereichen wird KI jedoch nicht über-, sondern unterschätzt. Besonders bei großen Datenmengen kann KI Erstaunliches leisten, das weit über einen reinen Effizienzgewinn in der Datenverarbeitung hinausgeht.

Klassische Zukunftsvisionen von Künstlicher Intelligenz drehen sich häufig um humanoide Roboter, autonome, oft gar fliegende, Autos oder sprachgesteuerte Assistenten, die sich um alle Belange des täglichen Lebens kümmern. Während manches davon noch ferne Fiktion ist, kommt der aktuelle Stand der Technik an die eine oder andere futuristische Idee schon nah heran. Dennoch liegt der öffentliche Fokus selten auf den Feldern, in denen KI wirklich revolutionäre Ergebnisse erzielt. Das gilt besonders für industrielle Anwendungen. Eike Michel, Director Research and Development bei Aucotec, stellt klar: „Die Stärken von KI liegen vor allem im Bereich der Mustererkennung und eigenständiger Optimierung, von echter Kreativität und Intelligenz ist sie jedoch noch sehr weit entfernt.“

Datenhaufen verwertbar machen

Vor allem auf dem Gebiet der Datenanalyse verfügt KI über eine große Leistungsfähigkeit. Da sie die Daten „versteht“, die sie verarbeitet, können so zum einen komplexe Zusammenhänge zwischen Daten hergestellt werden, wie es mit herkömmlichen statistischen Methoden nicht möglich ist. Zum anderen erweitert sich der Kreis der analysierbaren Daten durch den Einsatz von KI erheblich. Sie erlaubt die Auswertung wesentlich größerer und unstrukturierter Datensätze. Liegen Daten in einer Form vor, die ursprünglich nicht zu Analysezwecken angelegt wurde, stellt das für KI kein Problem dar. Die verbesserte Auswertung von Daten ist mehr als ein reiner Effizienzgewinn. „Durch den Einsatz von KI können Daten genutzt werden, die vorher schlicht nicht in dieser Weise handhabbar waren“, so Michel.

Verkürzter Sales Cycle im Anlagenbau

Eine große Herausforderung für Unternehmen im Anlagenbau ist die Angebotserstellung. Hier müssen viele Parameter Beachtung finden. Kaum eine Anlage gleicht der anderen, sodass Angebote nicht einfach kopiert werden können. Gleichzeitig verfügen die meisten Anlagenbauer über einen großen Datenbestand an bereits fertiggestellten Projekten. In der Vergangenheit waren diese Daten für die Angebotserstellung weitgehend wertlos, da sie sehr umfangreich sind und nicht mit dem Ziel einer späteren Analyse angelegt wurden. An dieser Stelle kann eine KI als Schnittstelle fungieren, die eine unstrukturierte Abfrage in menschlicher Sprache in eine Datenabfrage übersetzt und sinnvolle Ergebnisse liefert. So können zum Beispiel Abfragen wie „zeige alle Anlagen mit den Eigenschaften X und Y aus dem Zeitraum Z“ getätigt werden. Auf Basis der so gewonnen Ergebnisse können Angebote mit ähnlichen oder gleichen Spezifikationen schneller erstellt und der Sales Cycle deutlich verkürzt werden.

KI bietet Mehrwert

Mit der Analyse und dem Beherrschen gigantischer Datenmengen kann KI nicht nur auf Abfragen Antworten über bereits Bestehendes liefern, sondern auch eigene Entscheidungen treffen und präzise Vorhersagen für die Zukunft treffen. Für die Industrie sind diese Fähigkeiten in vielen Bereichen von großem Interesse. Predictive Maintenance ist hier nur eine von vielen Anwendungen. KI strukturiert nicht bloß Daten, sondern verleiht ihnen zudem einen echten Mehrwert, der mit anderen Analysemethoden nicht kreiert werden könnte. „Durch die massive Leistungssteigerung im Umgang mit Daten lassen sich nicht nur bereits bestehende Prozesse effizienter regeln, sondern es tun sich ganz neue Möglichkeiten auf, für die die Rechenleistung herkömmlicher Methoden nicht ausreicht“, erklärt Michel.

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