Glaskugel 4.0 – Wie Predictive Maintenance vom Engineering profitiert

Ungeplante Stillstandzeiten und Reparaturen im Anlagenbetrieb kosten Zeit und Geld.  „Predictive Maintenance“ (PdM), die vorausschauende Wartung von Anlagen, soll Störungen im Betrieb vorbeugen und Wartungs-, Service- und Stillstandkosten auf ein Minimum reduzieren. Ihre „Vorhersagen“ haben nichts mit fragwürdiger Hellseherei zu tun, sondern sind das Resultat hochakkurater IT-basierter Verfahren. Analysetools messen nicht mehr nur Ist-Zustände, sondern erkennen auch anhand minimaler Veränderungen von Messgrößen Trends, die mittelfristig zu Ausfällen führen können. Dafür müssen permanent enorme Datenmengen erfasst und analysiert werden. Wie moderne Anlagen dieser Aufgabe mit Hilfe des Engineering begegnen können, erfahren Sie hier.

Predictive Maintenance

Big Data aus Engineeringdaten speisen

Bisher ist nur die Systemplattform Engineering Base (EB) von Aucotec in der Lage, das Engineering intelligent mit einem PdM-Tool zu vernetzen. Das ermöglichen die spezielle Mehrschicht-Architektur sowie eine zentrale Datenhaltung. Das System lässt sich eng an Hochleistungs-Analyseanwendungen für Predictive Maintenance anbinden und ist fähig, abstrakte Objekte darzustellen, die anderweitig nicht abbildbar wären.

‚Single Source of Truth‘

Diese „Interpretationen“, z. B. Messtypen zur Druckmessung in einer Zuleitung, die unterhalb eines Sensors eingeordnet werden, werden in einer Datenbank dargestellt. EB fungiert damit als alleinige Quelle aller technischen Daten einer Anlage, auch sämtlicher begrenzenden oder kritischen Werte, Dimensionierungen und Maßeinheiten und der Übertragungscharakteristik. Weil sich diese Festlegungen gleichzeitig für das Leitsystem- und die PdM Konfiguration nutzen lassen, kann das Predictive Maintenance die Livedaten aus dem Leitsystem ohne zusätzlichen Aufwand interpretieren. So wird das Anlagenmodell von Engineering Base zur „Single Source of Truth“ für den PdM-Prozess.

Intelligenter Workflow

Nach allen Festlegungen im Engineering überträgt die Plattform sämtliche Vorgabedaten an das PdM-System, beispielsweise Dimensionierungen und Einheiten für mögliche Signale. Das Leitsystem erhält ebenfalls passende Konfigurationsdaten aus Engineering Base. Die Livedaten aus dem Betrieb werden vom Leitsystem an das Predictive Maintenance geleitet, wo sie für die Auswertelogik aufbereitet werden. Mit Hilfe dieser Logik interpretiert das PdM-System die Daten aus der Anlage auf Basis der von EB definierten Engineeringdaten, um dann seine Analyse vorzunehmen. Eine weitere Applikation zeigt dem Nutzer an, ob und wo gegebenenfalls ein Wartungsbedarf besteht.

Kontrollierte Datenübertragung

Die Übertragung der Engineeringdaten an das PdM-System erfolgt entweder „on demand“ oder zeitgesteuert. Der Transfer läuft über den fortschrittlichen Web Communication Server von Engineering Base, so dass er jederzeit – auch ohne geöffnete Applikationen – stattfinden kann. Damit ist stets absolute Datenaktualität gewährleistet.

Die Anbindung des Engineering an das PdM wird den Ansprüchen von Big Data vollends gerecht. Sie spart enorme Aufwände, die nötig wären, wenn das PdM-System die Livedaten aus der Anlage nicht konsistent mit den im Engineering erarbeiteten Daten in Verbindung bringen könnte.

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