Effizientes Energiemanagement – Erhöhter Netzbedarf fordert neue Engineering-Prozesse

Die Energiewende bringt massive Investitionen in Stromnetze mit sich. Um die erheblich ansteigenden Projektvolumina mit den vorhandenen Ressourcen in immer engeren Zeitrahmen abwickeln zu können, benötigen Energie-Versorgungsunternehmen einen hohen Standardisierungsgrad für ihre Daten. Wie ein datenbankgestütztes Engineering-Konzept Netzbetreibern zu deutlich mehr Effizienz verhelfen kann, erfahren Sie hier.

Mit dem wachsenden Anteil erneuerbarer Energien steigt der Bedarf an Stromnetzen enorm. Schon heute übersteigt das Stromangebot immer wieder die Kapazitäten der Verteil-Infrastruktur. Betreiber sehen sich mit immer höheren  Anforderungen konfrontiert: Netze sollen schnellstmöglich ausgebaut werden, gleichzeitig verzögern sich Inbetriebnahmen und Einkünfte. Da sie ein Vielfaches an Umspann-Anlagen und Netz-Infrastruktur benötigt, treibt die dezentrale Energieerzeugung durch Windparks oder private Solardächer Projektmengen und -volumina in die Höhe.

Erhöhter Druck auf Betreiber und Zulieferer

Auch auf Zulieferer erhöht sich der Druck. Betreiber verlangen nach einer kundenindividuellen Planung und Dokumentation. Doch Datenübergaben und -abgleiche zwischen Herstellern und Betreibern sind oftmals langwierige Prozesse. Bis zu 20 Prozent ihres Auftragsvolumens können Lieferanten häufig erst dann abrechnen, wenn die Dokumentation an die jeweils geltenden Richtlinien angepasst ist. Der Aufwand, sowohl auf Betreiber- als auch auf Lieferantenseite, ist enorm und Erfolge sind selten garantiert.

Strommast

Was bedeutet das für das Engineering?

Um den veränderten Umständen gerecht werden zu können, bedarf es schnellerer Projektlaufzeiten bei gleichbleibender Qualität. Die erforderliche Manpower kann durch einen Mangel an qualifizierten Fachkräften oft jedoch nicht erreicht werden. Deshalb müssen die Engineering-Prozesse an die erschwerten Bedingungen angepasst werden.

Um dem Wandel zu begegnen und auch für künftige Herausforderungen gewappnet zu sein, müssen Engineering-Systeme flexibel und offen für neue, kooperative Workflows sein. Dafür sollte der Prozess bei Betreibern und Zulieferern holistisch betrachtet werden. Nur so lassen sich Prozess- und Medienbrüche identifizieren und minimieren.

Datenbankbasierung für effiziente Workflows

Engineering-Systeme müssen standortübergreifend ein simultanes und interdisziplinäres Arbeiten erlauben. Das sollte ohne mehrfache Dateneingaben, aufwändige Abgleiche oder Absprachen funktionieren. Mit der TenneT TSO GmbH baut einer der führenden Strom-Übertragungsnetzbetreiber auf Engineering Base von Aucotec. Die Plattform macht neue Workflows mit höchstmöglicher Fließgeschwindigkeit bis in die Nebenarme des Engineerings möglich. Durch Datenbankbasierung und einen erheblich höheren Standardisierungsgrad der Daten konnte die Zahl der Projektvorlagen und Typicals bei TenneT um gut zwei Drittel reduziert werden. Der integrierte Advanced Typical Manager von Engineering Base hat bei der Projektierungszeit neuer Projekte Einsparungen von 75 Prozent erwirkt. Zeitgleich konnten die Stammdaten maßgeblich verringert werden.

Das Energie-Engineering der Zukunft

Mit dem Ausbau erneuerbarer Energien geht die Schere zwischen Stromerzeugung und -verbrauch geografisch immer weiter auseinander. Die Folge sind häufig starke Schwankungen der Einspeiseleistungen, die von der Netzinfrastruktur aufgefangen werden müssen. Durch die zunehmende Entwicklung in Richtung Netze 4.0 werden Schutzgeräte immer mehr zu Leittechnik. Um die Netzbalance sicherzustellen, müssen die vielen dezentralen Erzeugungs-Stationen zu virtuellen Kraftwerken zusammengefasst werden, die die Kommunikation und die Einspeisungen regeln. Mehr Effizienz, Flexibilität und Schnelligkeit bei höchster Sicherheit und Qualität sind notwendiger denn je. Das beginnt schon beim Ausschreibungsprozess: Nur zwischen fünf und 30 Prozent der Ausschreibungen werden tatsächlich gewonnen. Damit mehr Zeit für wirtschaftliche Projekte zur Verfügung steht, minimieren Engineering-Lösungen den zeitlichen Aufwand. Durch eine konsistente, durchgängige Kooperation und Offenheit im Engineering birgt der Energiewandel somit neue Chancen und Potenziale für Betreiber.

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